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Erster Schultag

Heute war bei uns der erste Schultag und gleichzeitig mein erster Arbeitstag nach meinem fast einjährigen Krankenstand.

Meine Kollegen hab ich ja immer wieder mal während des vergangenen Schuljahres besucht und wenn's was zu feiern gab, war ich auch meistens dabei. So waren eigentlich alle auf dem Laufenden, was meinen Gesundheitszustand angeht. Trotzdem fragten natürlich fast alle wie's mir geht und es war wirklich nett, alle als Arbeitskollegen wiederzusehen. Zwei meiner Kolleginnen hatten die Schule gewechselt, dafür war ein neuer junger Lehrer dazugekommen. Erstes Dienstjahr...der hat noch einiges vor sich :-) Ich hab ja inzwischen über 20 Dienstjahre, unfassbar! Jetzt fühl ich mich wirklich alt! Jedenfalls ist der neue Lehrer top-motiviert und ziemlich sympathisch. Nur als er erfuhr, dass er im Werkunterricht den Kindern bald Häkeln und Stricken beibringen soll, wurde er ein bisschen blass...aber nur ganz kurz :-)

Der Unterricht selbst war heut nur ziemlich kurz, es gab zwei Unterrichtsstunden für die Kinder. Das ist zu schaffen :-) Von den Ferien erzählen, ein bisschen singen, ein bisschen turnen, ein bisschen lesen...und natürlich gleich noch ein Mathe-Test, wir wollen ja bei der nächste Pisa-Studie glänzen! Dann war der Schultag auch schon geschafft und die Kinder(eine 2.Klasse) waren wirklich richtig nett und motiviert. Mal schauen, wie lange das anhält :-) Morgen sind's schon drei Stunden und am Freitag vier. Blöd ist nur, dass ich jetzt wieder jeden Tag um sechs aufstehen muss. Ogottogott! Na dann gute Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes! 

6.9.17 19:21


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Kontrolle

Am Mittwoch hatte ich wieder einmal eine Kontrolle auf der Brustambulanz, die ich zum Glück gleich mit meiner 3-Wochen-Spritze verbinden konnte. Mein Lieblingstaxifahrer war auch aus dem Urlaub zurück und so stand ich um 8.30 abfahrtbereit vor meinem Haus. Normalerweise bin ich ja immer der einzige Fahrgast, diesmal saß schon eine Frau auf dem Beifahrersitz. Sie musste zur Bestrahlung in die Klinik... natürlich erzählten wir uns gleich gegenseitig unsere Krankengeschichten. Sie hatte ebenfalls Brustkrebs gehabt, war gleich alt wie ich, also 44 ( im allerbesten Alter :-)) und hatte im Dezember 2016 mit der Chemo begonnen. Sie hatte allerdings 12 Chemos bekommen, zuerst im 1-Wochen-Rhythmus, die letzten 3 dann alle 3 Wochen. Auch ihr wars ziemlich gut gegangen, nur die letzten 3 Chemos waren sehr heftig gewesen. Sie hatte die Behandlung und auch die OP in Schwaz im Krankenhaus machen lassen( ich hatte bis dahin gar nicht gewusst, dass das möglich ist, ich wohn ja in Schwaz!) und muss nur zur Bestrahlung nach Innsbruck. Sie war hatte schon 20 Bestrahlungen geschafft und auch gut vertragen bis jetzt...allerdings kommen die Hautreaktionen ja meistens erst bei den letzten 5-10 Bestrahlungen. Ich empfahl ihr gleich mein Super-Sanddornfruchtfleisch-Öl( was für ein tolles Wort, herrlich :-)) das hat bei mir ja echt Wunder gewirkt.

"Meine Perücke hab ich total gehasst, die war total heiß und unangenehm zu tragen", erzählte sie dann. "Eigentlich hab ich mir die nur wegen der anderen Leute gekauft...wenn ich mal wo eingeladen war oder so. Eigentlich ziemlich blöd, oder?"...So krass wollt ich ihr das jetzt nicht  ins Gesicht sagen, aber das fand ich auch ganz schön blöd. Ich wär jedenfalls nie auf die Idee gekommen, mir eine Perücke zu kaufen, nur um irgendwem meinen Anblick ohne Haare zu ersparen...schon komisch. Wir verstanden uns jedenfalls gleich sehr gut, es stellte sich dann sogar heraus, dass sie die Cousine meiner Nachbarin ist. Die Welt ist halt doch ein Dorf!

In Innsbruck angekommen hatte ich zuerst eine Kontrolluntersuchung in der Brustambulanz. Wiedermal fand das Arztgespräch mit einer total jungen Assistenzärztin, die ich noch nie gesehen hatte, statt. Sie sprach mit ziemlich starkem Akzent(ich tippe auf ein osteuropäisches Land) und manchmal hatte ich echt Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Letztes mal war's eine super junge Ärztin mit spanischem Akzent...ich kam mir ein bisschen vor wie beim Schüleraustausch :-) Allerdings waren beide sehr nett und haben sicher auch einen guten Job gemacht. Trotzdem hab ich irgendwie ein besseres Gefühl bei den etwas älteren Kollegen...zumindest wenn's um Chemos oder OPs geht.

Anschließend ging ich in die Tagesklinik, um meine Antikörperspritze zu bekommen(15 von 17, bald geschafft! :-)). Außerdem gab's noch eine Blutabnahme über den Port-a-cath.(das Ding, das für die Verabreichung der Chemo implantiert wurde), der soll ja auch noch zu irgendwas benutzt werden. Als ich die Ärztin fragte, wie lang der noch drin bleiben sollte, meinte sie, dass 2-3 Jahre empfohlen werden. "Vom Einsetzen des Port an gerechnet?", fragte ich. Spontan fiel mir ein, dass ich den Port jetzt ganz genau ein Jahr drin habe...Jahrestag also :-)

Das wird allerdings bei jedem Patienten individuell gehandhabt. Manche lassen den Port überhaupt drin, da er für Infusionen oder eventuelle neuerliche Chemos echt von Vorteil ist. Andere wollen ihn unbedingt loswerden...ich glaube, ich will ihn loswerden, wenn die 3 Jahre vorbei sind. Er stört zwar kaum, macht keine Schmerzen oder so...aber bei mir ist halt eine sehr deutliche Erhebung unter der Haut zu sehen und fast alle Oberteile mit Trägern(und Bhs natürlich) liegen dann genau auf dem Port auf. Das ist nicht so super angenehm. Aber ich hab ja noch Zeit zum Überlegen. Auf jeden Fall kaufte ich dann spontan noch eine Schachtel Schokolade zur Feier des Jahrestages und überreichte sie dem braven Ärzte-und Pfleger-Team. Die leisten wirklich super Arbeit, das muss auch mal gesagt werden! LG und ein schönes(bei mir verregnetes) Wochenende, eure Elisabeth

31.8.17 17:22


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